Altersvorsorge und Immobilie

Dr. WeiskopfLiebe Mitglieder von Haus & Grund Saarland!

Das flexiblere und vielfältigere Erwerbsleben, geprägt durch Minijobs, Teilzeitbeschäftigung, Befristung, Niedriglöhne oder Arbeitslosigkeit und das seit Jahren sinkende Rentenniveau lassen das Risiko, im Alter von Armut betroffen zu sein, steigen. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung ist bis zum Jahr 2036 jeder fünfte neue Rentner von Altersarmut betroffen.

Wenn die Babyboomer Generation ab 2022 in Rente geht, könne es zu einem bösen Erwachen kommen, so die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung, die mitten im Bundestagswahlkampf veröffentlicht wurde und die Rentendebatte wohl zum Wahlkampfthema macht.

Die Autoren der Studie fordern Reformen für den Ruhestand, da die aktuellen Reformdebatten an der Wirklichkeit vorbeigehen, indem sie die drohende Altersarmut für die Risikogruppen nicht wirklich mindern könnten. Das Alterssicherungssystem müsse zukunftsfester und weniger krisenanfällig gestaltet werden, so die Studie.

Wir als Hauseigentümer könnten jetzt denken, gut, dass wir im aktiven Arbeitsleben Vorsorge getroffen und im Alter schuldenfrei in den eigenen vier Wänden wohnen. Doch auch die eigenen vier Wände bedürfen der Pflege und Instandhaltung.

Auch derjenige, der eine Mietwohnung als Altersvorsorge angeschafft hat, wird sich bei der alternden Gesellschaft fragen müssen, ob sich die Mieter, die vielleicht selbst Rentner sind, aufgrund ihres Renteneinkommens die bescheidene Wohnung in vernünftiger Lage noch leisten können.

Die Wohnung als Altersvorsorge bedarf einer entsprechenden Rendite, um die Instandhaltung, neue noch nicht vorhersehbare gesetzgeberische Auflagen und die eigene Altersvorsorge finanzieren zu können. Staatliche Eingriffe in die Mietpreisgestaltung sind in diesem Zusammenhang kontraproduktiv. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Der Staat sollte fördern, statt fordern.

Dennoch: Die bezahlte Immobilie, selbstgenutzt oder vermietet, ist ein Baustein bei der individuellen Altersvorsorge und minimiert das Risiko im Alter arm zu sein. Der Staat sollte ein Interesse daran haben, dass möglichst viele Rentner auf diesen Baustein zurückgreifen können, denn Eigentum entlastet in diesem Fall den Staat und die Allgemeinheit.

Ihr
Dr. Michael Weiskopf
Geschäftsführender Verbandsvorsitzender

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