Deutsche Immobilienwirtschaft wird Stabilitätsanker für ganz Europa

Liebe Mitglieder von Haus & Grund Saarland!

Die Studie „Wirtschaftsfaktor Immobilien 2017“, die von der Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) und den großen Immobilienverbänden BID, Haus & Grund und DV am 14. Juni präsentiert wurde, zeigt erstmals Besonderheiten des deutschen Immobilienmarktes im internationalen Vergleich auf. Aufgrund seiner besonderen Struktur bildet der deutsche Immobilienmarkt mit einem Vermögenswert von 11,2 Billionen Euro und einer besonderen Bruttowertschöpfung von über 500 Milliarden Euro zunehmend einen wirtschaftlichen Anker für ganz Europa. „Drei Millionen Beschäftigte arbeiten nahezu krisensicher im Verlauf der letzten Jahrzehnte – überraschend kleinteilig strukturiert – in 817.000 Unternehmen und generieren 18 % der deutschen Wirtschaftsleistung.

Die Gründe für die gute Position der deutschen Immobilienwirtschaft sind jedoch kaum in dem in den Großstädten während der letzten Jahre festzustellenden Mietanstieg zu sehen. Es sind vielmehr Faktoren, wie die vielschichtige Eigentümerstruktur im Wohnungsmarkt, die langfristigen Zinsen oder die sicherheitsorientierte Finanzierungskultur, die den deutschen Immobilienmarkt zu einer Blaupause für die mögliche künftige ökonomische Entwicklung in Europa machen, so die Studie.

Was bedeutet das für die Politik?

Der am 24. September neu zu wählende Bundestag und die neue Bundesregierung werden gefragt sein, das Bauen einfacher, schneller und kostengünstiger zu machen. Überflüssige und das Bauen verzögernde Normen müssen auf den Prüfstand gestellt und die Anforderungen für das Bauen wieder auf einfache und kostengünstige Standards reduziert werden. Die Politik muss sich aber auch in noch stärkerem Maße um die wachsenden Entwicklungsunterschiede kümmern. Es ist nichts Neues, dass den hochpreisigen Märkten mit erheblichem Neubaubedarf schrumpfende Regionen mit Preisverfall und Leerständen gegenüber stehen.

Angesichts des Engagements der privaten Eigentümer sind politische Entscheidungen zu ihren Lasten kaum noch nachvollziehbar. Nach der Studie werden etwa 37 Prozent oder 15 Millionen Wohnungen in Deutschland von privaten Kleinvermietern angeboten, die in ihrer großen Mehrheit dadurch nicht reich werden.

Die Stärke und Stabilität der deutschen Immobilienbranche ist kein Selbstläufer, wie die Autoren der Studie verdeutlichen. Aufgrund der unterschiedlichen Akteure und der heterogenen Märkte bedarf es passgenauer politischer Maßnahmen, vor allem weil die Immobilienmärkte durch ihre unterschiedlichen Strukturen langsamer reagieren. Dies sollte die Politik beachten und das Engagement der privaten Haus-und Grundeigentümer nicht weiter durch hoheitliche Maßnahmen einschränken.

Dr. Michael Weiskopf, Geschäftsführender VerbandsvorsitzenderIhr
Dr. Michael Weiskopf
Geschäftsführender Verbandsvorsitzender

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