140. Zentralverbandstag
Der 140. Zentralverbandstag von Haus & Grund Deutschland fand am 20. und 21. Mai 2026 in der Congresshalle Saarbrücken statt

Der 140. Zentralverbandstag von Haus & Grund Deutschland war für das Saarland ein besonderes Ereignis. Erstmals in der Geschichte des Zentralverbands fand die Veranstaltung in Saarbrücken statt. Für Haus & Grund Saarland und Haus & Grund Saarbrücken war dies Auszeichnung, Herausforderung und Gastgeberpflicht zugleich. Zahlreiche Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet kamen in die Congresshalle Saarbrücken – viele mit weiter Anreise.
Am 20. Mai bot der Zentralverbandstag nicht nur die Mitgliederversammlung und fachlichen Austausch, sondern auch verbandliche Begegnung. Mehrere Landesverbände nutzten den Abend für eigene Veranstaltungen in Saarbrücker Lokalen. Am 21. Mai verknüpfte die Veranstaltung bundespolitische Themen mit unverkennbarer saarländischer Gastgeberhandschrift und gipfelte in einem Gala-Abend im Saarbrücker E-Werk.
Der Zentralverbandstag begann mit einem Empfang im Saarbrücker Rathaus. Dort begrüßte Oberbürgermeister Uwe Conradt, zugleich Vizepräsident des Deutschen Städtetages, die Vertreter von Haus & Grund Deutschland, Haus & Grund Saarland und Haus & Grund Saarbrücken. Im Austausch über aktuelle wohnungspolitische Fragen würdigte er das Engagement von Eigentümern und Vermietern und betonte, deren Einsatzstärke demokratische Strukturen.


Wiederwahl und saarländischer Gruß
Ein zentraler Punkt des Verbandstages war die turnusmäßige Wahl des Präsidenten von Haus & Grund Deutschland. Dr. Kai H. Warnecke, der das Amt seit 2016 innehat, wurde am 20. Mai mit sehr großer Mehrheit für weitere fünf Jahre wiedergewählt. Die Delegierten bestätigten damit die Kontinuität an der Spitze des Bundesverbands. Haus & Grund Saarland verband die Gratulation mit einem typisch saarländischen Präsent. Norbert Behle, Vorstandsvorsitzender von Haus & Grund Saarland, überreichte dem wiedergewählten Präsidenten ein Frühstücksbrettchen in der Form des Saarlandes sowie ein Kochbuch mit dem saarländischen Leitsatz „Hauptsach gudd gess“. So erhielt die Wiederwahl auch einen unverkennbar saarländischen Akzent.
Dialog statt Gegeneinander
Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger eröffnete ihren Beitrag mit einem persönlichen Bekenntnis: Sie sei selbst Mitglied bei Haus & Grund. In der Gesprächsrunde mit Dr. Kai H. Warnecke und Norbert Behle standen Wohnungsmarkt, Mietrecht und private Eigentümer im Mittelpunkt. Rehlinger betonte, Mieter und Vermieter seien keine Gegenspieler, sondern Teil eines gemeinsamen Wohnungsmarktes. „Wir brauchen pragmatische Vorgaben, damit Wohnen einerseits bezahlbar bleibt und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leistet“, so die Ministerpräsidentin. Das kann nur gelingen, wenn Eigentümer als Anbieter von Wohnraum einbezogen werden.
Eigentum im Spannungsfeld
Auch der frühere Bundesverfassungsrichter und ehemalige Ministerpräsident des Saarlandes Peter Müller griff wohnungspolitische Fragen auf und beleuchtete insbesondere das Spannungsverhältnis von Eigentumsfreiheit und gesellschaftlicher Verantwortung. „Der wirksamste Mieterschutz besteht in einem ausreichenden Wohnungsangebot“, stellte Müller fest und forderte die Politik auf, private Eigentümer in der Debatte stärker zu berücksichtigen. Schließlich stellen sie einen Großteil des Wohnungsangebots. Für einen heiteren saarländischen Akzent sorgte Müller, als ihm während der Veranstaltung Wasser gereicht wurde: Er erinnerte humorvoll daran, dass er Botschafter des Bieres sei. Sofort wurde ihm ein Bier ans Rednerpult gebracht.

Im Saarland wird Gastfreundschaft großgeschrieben. Deshalb erhielten die Teilnehmer zur Begrüßung eine Tüte mit einem Stück Saarland. Mit tatkräftiger Unterstützung der Geschäftsstelle hatte der Vorstand von Haus & Grund Saarland für jeden der mehr als 450 Gäste Informationsmaterial über Saarbrücken und das Saarland sowie kulinarische Grüße vorbereitet:
Senf und Honig aus dem Saarland, ein kleines Madeleine und Guddzjer, also Bonbons, in Kohleform. Bei Zentralverbandstagen, die alle zwei Jahre außerhalb Berlins stattfinden, war eine solche Gastgeberaktion ein Novum. Die Idee kam bei den Gästen hervorragend an.

