Editorial des Mitgliedermagazins Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

kürzlich fragte mich ein Journalist, ob man nicht doch angesichts teils steigender Mieten im Saarland als Vermieter noch „gut Geld“ verdienen könne. Meine spontane Antwort war: Es scheine wohl noch so zu sein, denn es gebe ja noch Vermieter. Damit endete das Interview. Schade eigentlich. Denn die spannende Anschlussfrage wäre gewesen: Was ist die Alternative, wenn private Vermieter sich zurückziehen?
Anlass des Interviews waren die Pläne der Bundesregierung zur Aufteilung der CO2-Kosten, wenn ein Vermieter künftig eine zulässige fossile Heizung einbaut. Haus & Grund kritisiert diese Pläne zu Recht. Sie sind ungerecht, bürokratisch und investitionshemmend. Wer eine zulässige Heizung einbaut, darf nicht zugleich dauerhaft für Verbrauchskosten mithaften, deren Höhe er nicht beeinflussen kann.
Ähnlich kurz gedacht ist die Kritik an Indexmieten. Dabei wird übersehen: Die Indexmiete schafft Transparenz. Die Miete folgt dem Verbraucherpreisindex und andere Mieterhöhungen sind währenddessen grundsätzlich ausgeschlossen. Wer auch hier zusätzliche Eingriffe in die Vertragsfreiheit fordert, muss sich fragen lassen, ob er private Vermieter halten oder abschrecken will.
Noch gibt es private Vermieter. Aber ihnen schwindet der Nachwuchs. Wenn Nachwuchs und Verstärkung mangels Perspektiven ausbleiben, droht der Abstieg. Wie ein Aufstieg gelingen kann, hat die SV Elversberg gerade bewiesen: mit kluger Planung, verlässlicher Arbeit und Weitblick. Das gilt nicht nur im Sport, sondern auch auf dem Wohnungsmarkt. Wer aufsteigen will, darf seinen Horizont nicht beschränken.

Udo Lindenberg, der im Mai 80 Jahre alt wurde, besingt zutreffend, dass es hinterm Horizont weitergeht. Er wohnt bekanntlich seit Jahrzehnten im Hotel. Das mag sympathisch und individuell sein, taugt aber nicht als Modell für breite Bevölkerungsschichten. Niemand käme ernsthaft auf die Idee, einem Hotelier Preise vorzuschreiben und Erhöhungen zu verbieten. Wenn private Vermieter aber immer stärker reguliert werden, wird Wohnen nicht automatisch günstiger. Es wird knapper, schwieriger und am Ende teurer.
Bei einem begrenzten politischen Horizont könnte das, was uns dahinter erwartet, unangenehm werden. Deshalb warnt Haus & Grund vor einer Politik, die uns private Vermieter zum Problem erklärt und schwächt. Wir sind ein wesentlicher Teil der Lösung. Eine Politik, die das nicht erkennt, schadet am Ende den Mietern.
Herzlichst grüßt Sie

Ihr Verbandsvorsitzender

Norbert Behle

Zurück

Cookie-Hinweis

Diese Website nutzt Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung zu ermöglichen. Wenn Sie nachfolgend zustimmen, werden alle Einstellungen aktiviert.

Cookie-Einstellungen