Einsprüche gegen die Bewertung

Eine Million Euro steuerfrei erben – so verkauft die SPD ihren neuen Vorschlag zur Erbschaftsteuer. Das klingt großzügig. Ist es aber nicht. Denn die Wahrheit ist: Viele werden am Ende trotzdem zahlen. Und manche werden sogar ihre Immobilien verkaufen müssen.

Erstens zählt nicht der echte Marktwert, sondern der Wert nach dem Bewertungsgesetz. Und der kann deutlich höher liegen als das, was eine Immobilie tatsächlich einbringt. Wer darauf vertraut, mit einer Million auf der sicheren Seite zu sein, kann schnell eine böse Überraschung erleben.

Zweitens reicht es heute schon, Eigentümer eines kleinen Mehrfamilienhauses – oder einer großen Wohnung in München oder Hamburg – zu sein, um diese Grenze zu knacken. Das hat mit „Millionären“ nichts zu tun. Denn nun kommt das Kernproblem: Immobilien sind kein Sparbuch. Man kann nicht einfach einen Teil davon verkaufen, um die Steuer zu bezahlen. Wer die Erbschaftsteuer nicht aus dem Ärmel schütteln kann, hat oft nur eine Wahl: verkaufen, um die Erbschaftsteuer zu finanzieren.

Das Ergebnis ist absehbar: Eigentum bleibt nicht in den Familien, sondern wandert vom Privatvermieter zum Investor. Für Haus & Grund ist klar: Wer Eigentum geschaffen hat, muss es vererben dürfen – ohne Strafsteuer für die nächste Generation. Der Vorschlag der SPD klingt nach Entlastung. In Wahrheit ist er ein Angriff auf private Vorsorge, Leistung und Eigentum.

Ihr Kai H. Warnecke

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