Energieausweise

Steigende Bedeutung

Der Energieausweis gibt Auskunft über die energetische Qualität eines Gebäudes und ist grundsätzlich zehn Jahre lang gültig. Wird aufgrund bestimmter Änderungen am Gebäude ein neuer Energieausweis ausgestellt, verliert der bisherige seine Gültigkeit.
Für die meisten Eigentümer ist der Energieausweis bislang ein eher wenig beachtetes Pflichtdokument. Mit der Umsetzung der EPBD in deutsches Recht dürfte sich das ändern. Die Richtlinie schafft einen europäischen Rahmen für die Bewertung und Darstellung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu senken, die Energieeffizienz transparenter und vergleichbarer zu machen und Sanierungsentscheidungen zu unterstützen.

Besonders relevant ist der Energieausweis derzeit in zwei Fällen:

Neuvermietung: Er wird für das Inserat, die Besichtigung und den Vertragsabschluss mit neuen Mieterinnen und Mietern benötigt.
Verkauf: Auch beim Verkauf ist ein gültiger Energieausweis für Inserat, Besichtigung und Vertragsabschluss erforderlich.

Energieeffizienz rückt stärker in den Fokus

Das am 10. Juli 2026 verabschiedete und am 29. Juli 2026 in Kraft getretene Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beinhaltet wesentliche Änderungen beim Energieausweis und berücksichtigt dabei Vorgaben der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD). Damit wird die Energieeffizienz langfristig zu einem wichtigeren Faktor bei Vermietung, Investitionen und Immobilienbewertung.

Neue Pflichtsituationen durch die EPBD

Mit der Umsetzung der EPBD und den neuen deutschen Regelungen wird der Energieausweis künftig über Verkauf und Neuvermietung hinaus an Bedeutung gewinnen. Ab dem 1. Januar 2027 wird der Anwendungsbereich der Energieausweispflicht erweitert. Unter anderem können dann auch bestimmte Verlängerungen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen erfasst sein.

Was bedeutet das für Vermieter?

Bestehende Energieausweise bleiben grundsätzlich bis zum Ende ihrer regulären Gültigkeit verwendbar. Gleichzeitig kann die Energieeffizienz stärker zum Wettbewerbsfaktor werden. Energiekennwerte dürften künftig größeren Einfluss auf Vermietbarkeit, Investitionsentscheidungen und Immobilienwerte haben. Damit kann sich der Energieausweis vom reinen Pflichtdokument zu einem wichtigen Informations-, Management- und Steuerungsinstrument entwickeln.

Energiekosten:
Eine schlechte Effizienzklasse weist auf hohe Betriebskosten hin. Dies kann auf Mieter abschreckend wirken und die Nachfrage beeinflussen.
Vermietbarkeit:
Bei einer schlechten Energieeffizienz können längere Vermarktungszeiten und höherer Preisdruck entstehen, da höhere Energiekosten die Zahlungsbereitschaft potenzieller Mieter beeinflussen können.
Immobilienwert und Investitionen:
Der Energieausweis kann Hinweise auf energetische Schwachstellen und möglichen Modernisierungsbedarf geben. Eine schlechte Energieeffizienz kann auf einen höheren künftigen Sanierungsbedarf und steigenden regulatorischen Druck hindeuten. Das kann sich – neben weiteren Faktoren – auf die Bewertung und den erzielbaren Verkaufspreis auswirken.

Anna Katharina Fricke

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