Gravierende Unterschiede zwischen den Städten
Grundsteuerranking 2025
Die zum 1. Januar 2025 in Kraft getretene Reform der Grundsteuer sollte vieles vereinfachen und gerechter machen – vor allem sollte sie aufkommensneutral sein. Das aktuelle Grundsteuerranking von IW Consult im Auftrag von Haus & Grund Deutschland zeichnet jedoch – mit Blick auf die neue Grundsteuer in den 100 größten Städten – ein anderes Bild.
Viele Eigentümer zahlen für vergleichbare Immobilien weiterhin sehr unterschiedliche Grundsteuerbeträge, abhängig davon, wo das Objekt in Deutschland steuerpflichtig ist. Die Unterschiede sind teilweise gravierend, so wie es auch schon für die alte Grundsteuer galt. In manchen Bereichen hat sich die Spannweite der Jahresbeträge nach der Reform sogar noch vergrößert. Diese Unterschiede sind zum einen darauf zurückzuführen, dass die Bundesländer nun acht unterschiedliche Modelle zur Berechnung der Grundsteuer verwenden, und zum anderen auf die individuellen Hebesätze der Städte.
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Große Differenzen zeigen sich bei der Höhe der zu entrichtenden Grundsteuer B im Vergleich der durchschnittlichen Werte der einzelnen Bundesländer: Zahlt ein Eigentümer eines Einfamilienhauses in den betrachteten Städten Sachsen-Anhalts jährlich durchschnittlich 305 Euro Grundsteuer, sind in Berlin für eine vergleichbare Immobilie im Schnitt 850 Euro pro Jahr fällig. Auch nach der Grundsteuerreform zahlt man in Berlin weiterhin durchschnittlich den höchsten Betrag im Bundeslandvergleich auf Basis der 100 größten Städte Deutschlands.
Unterschiede zwischen den Städten von 434 Prozent
Mit Blick auf die 100 größten Städte Deutschlands führt das sächsische Zwickau mit einem Jahresbetrag von 258 Euro das diesjährige Ranking an. Der Vorjahressieger Regensburg (329 Euro) liegt im aktuellen Ranking auf Platz 10 und hält sich damit weiterhin in den Top 10. Mit Tübingen, Mannheim, Reutlingen, Stuttgart und Karlsruhe liegen gleich fünf Städte aus Baden-Württemberg ganz am Ende des Rankings. In Tübingen (Platz 100 mit 1.377 Euro) zahlt man beispielsweise gut 434 Prozent mehr als in Zwickau für eine vergleichbar große Immobilie.
Jahresgrundsteuer bundesweit um 46 Euro gestiegen
Insgesamt fällt die Jahresgrundsteuer in der Hälfte der 16 Bundesländer höher aus als noch 2024, in den übrigen acht Ländern sind die Beträge gesunken. Bezogen auf alle 100 Städte ist die Jahresgrundsteuer durchschnittlich um 46 Euro angestiegen. Besonders stark sind die Unterschiede in den Städten Baden-Württembergs: Dort haben sich die Beträge im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Besonders stark schneiden die Städte in den fünf ostdeutschen Bundesländern ab.
Fazit
Die Reform der Grundsteuer sollte aufkommensneutral und gerecht sein – davon kann derzeit keine Rede sein: Viele Städte und Gemeinden nutzen sie als Hebel zur Sanierung ihrer Finanzen und erhöhen die Steuer. Mit Blick auf die Wohnkosten ist das ein fatales Signal.
Das gesamte Ranking finden Sie unter bit.ly/3JxdDGX

