Heizung mit gutem Gewissen

Erneuerbare-Energien-Systeme im Vergleich

Früher oder später steht in jedem Haus der Einbau einer neuen Heizung an. Mit Blick auf die Klimaziele und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern werden dabei Anlagen mit erneuerbaren Energien immer wichtiger.

Selten stand der Heizungskeller so im Fokus wie in den vergangenen Jahren. Das Gebäudeenergiegesetz geriet zum Aufreger der Nation und hat den Heizungsmarkt infolge der Verunsicherung der Verbraucher 2024 und 2025 einbrechen lassen. Einzig die Wärmepumpen und die Biomasseheizungen legten nach einer Nachfragedelle 2025 wieder kräftig zu.

Umweltfreundlich dank weniger CO2

Heizsysteme, die keine fossilen Energieträger wie Öl und Gas verbrennen, verursachen nicht nur weniger bis gar kein klimaschädliches Kohlendioxid (CO2). Sie machen auch von Importen unabhängiger. Die gängigsten erneuerbaren Heizungssysteme sind allen voran die Wärmepumpe, die Biomasseheizungen und die Solarthermie. Dabei funktionieren Wärmepumpen wie umgekehrte Kühlschränke. Sie wandeln Wärme aus der Umgebungsluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser in Heizenergie um. Dies geschieht in mehreren Schritten: Das Kältemittel nimmt im Verdampfer Wärme aus der Umgebung auf und verdampft. Der Kompressor verdichtet das gasförmige Kältemittel und erhöht dadurch dessen Temperatur. Im Verflüssiger gibt das Kältemittel Wärme an das Heizungssystem ab und kondensiert. Anschließend senkt das Expansionsventil den Druck, das abgekühlte flüssige Kältemittel strömt zurück zum Verdampfer und der Kreislauf beginnt erneut.

Effizientes Heizen

Der ganze Vorgang ist ziemlich effizient, denn ein Kilowatt Strom kann bis zu 5 Kilowatt Wärme erzeugen. Stammt der Strom aus erneuerbaren Energien, ist das für die Umwelt noch besser. Beim Heizen selbst wird kein klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt. Noch effizienter arbeitet eine Wärmepumpe, wenn sie über ein Energiemanagementsystem gesteuert wird.
Im Neubau setzen heute viele Hausbesitzer auf eine Wärmepumpe. Sie ist bei guter Dämmung, Fußbodenheizung und mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eine sehr effiziente und umweltfreundliche Art zu heizen. Auch im Altbau funktioniert die Wärmepumpe, wie die Erfahrung vieler Experten zeigt. Dies gilt insbesondere für den sanierten Altbau, aber auch darüber hinaus. Der Einsatz einer Wärmepumpe sollte im Einzelfall und von Energieberatern und Fachhandwerkern vor Ort geprüft und entschieden werden. Gegebenenfalls müssen die Heizkörper ausgetauscht oder die Dämmung verbessert werden.

Pelletheizungen insbesondere für ältere Häuser

Als alternative Heizsysteme mit erneuerbaren Energien kommen auch Biomasseheizungen infrage. Am verbreitetsten sind Pelletheizungen. Sie werden etwa in Ein- und Zweifamilienhäusern auf dem Land eingesetzt, wenn alte Öl- oder Gasheizungen ausgetauscht werden müssen. Ein Vorteil: Die alten Heizkörper können in jedem Fall weiter genutzt werden.

Pelletheizungen eignen sich insbesondere für ältere und schlecht gedämmte Häuser, in denen höhere Vorlauftemperaturen bei der Heizung benötig werden. Heizungen, die mit Scheitholz oder Hackschnitzel bestückt werden, sind meist in ländlichen, waldreichen Gebieten im Einsatz. Der Vorteil gegenüber fossilen Heizungen: Es wird ein nachwachsender Rohstoff genutzt, der im Wachstum Kohlendioxid bindet und regional verfügbar ist. Beim Verbrennen werden jedoch Kohlendioxid und Feinstaub freigesetzt. Zu beachten ist, dass eine Pellet- oder Holzheizung einen höheren Wartungsaufwand als eine Wärmepumpe hat. Daneben muss der Brennstoff bestellt und in einem ausreichend großen Raum gelagert werden. Zudem muss der Aschebehälter von Zeit zu Zeit geleert werden. Möglich sind auch Kombinationen von Wärmepumpen mit Pelletheizungen oder wasserführenden Pelletöfen. Gerade an sehr kalten Tagen kann die Biomasseheizung die Wärmepumpe unterstützen.

Als Ergänzung: Solarthermie- oder PVT-Module

Ein weiteres gängiges Heizsystem mit erneuerbaren Energien ist die Solarthermie. Erzeugt wird die Wärme dabei über Sonnenkollektoren auf dem Hausdach. Die Wärme kann dann sowohl für die Zentralheizung als auch für die Warmwasser-Bereitstellung genutzt werden. Auch hier wird die Wärme emissionsfrei erzeugt. Sie ist aber von der Sonneneinstrahlung abhängig und wird deshalb meist als Ergänzung zu einer anderen Heizung installiert.

Als Ergänzung zu einer bestehenden Heizung können auch sogenannte photovoltaisch-thermische Module, kurz: PVT-Module, genutzt werden. Sie kombinieren Photovoltaik zur Stromerzeugung und thermische Kollektoren zur Wärmegewinnung und eignen sich zur Kombination mit einer Wärmepumpe. Die PVT-Module wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um, während die thermische Einheit die entstehende Abwärme nutzt, um Heiz- oder Warmwasserenergie bereitzustellen. Dadurch steigert sich die Effizienz der Solarenergie-Nutzung, weil sowohl Strom als auch Wärme gleichzeitig erzeugt werden.

Eine Alternative zur eigenen erneuerbaren Heizung kann auch der Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz sein, das schon jetzt oder künftig zunehmend mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Eine bequeme Variante ist es in jedem Fall. Ob sie kostengünstig ist, bleibt abzuwarten.

Karin Birk

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